Großes Interesse am Wahlprogramm

Elisabeth von Rochlitz führte ihre „Erben“ ein

Die Freude war den Kandidaten des Vereins Rochlitz gemeinsam gestalten deutlich anzusehen: Bei der Programmvorstellung am Donnerstagabend im Schloss reichten die 80 Stühle nicht aus. Viele Rochlitzer*innen waren erschienen, um sich über das Programm des auf Listenplatz 5 antretenden Vereins zu informieren. Einige bekannte Gesichter waren darunter, denn im Vorfeld hatten schon 2 Veranstaltungen stattgefunden, auf denen das Programm gemeinsam mit allen Interessierten erarbeitet worden war.

Zu Beginn begrüßte Elisabeth von Rochlitz die Anwesenden und wies darauf hin, dass sie schon vor einigen hundert Jahren ein neues, zukunftsgerichtet Klima in der Stadt geschaffen habe. Genau das wollen auch die 13 Kandidaten des Vereins Rochlitz gemeinsam gestalten. Sie hatten der Veranstaltung den Titel „Kurswechsel Richtung Zukunft“ gegeben. Die Kandidaten stellten sich mit ihren persönlichen Zielen wie auch ein inhaltliches Thema für die Stadtratsarbeit vor.

Beides wurde in einer Programmbroschüre zusammengefasst, die in allen Rochlitzer Haushalten verteilt wird. Daneben stehen die Kandidaten an ca. 20 Terminen den Bürgern Rede und Antwort.

Rochlitz als Anziehungspunkt für Familien

Angebote müssen vielfältiger werden

Rochlitz bietet ausreichen Plätze in Kitas und hat damit Großstädten wie Leipzig schon einmal etwas voraus. „Einigen jungen Eltern fehlt aber die Vielfalt“, bemerkt Maren Dippold, die auf der Liste von Rochlitz gemeinsam gestalten in den Stadtrat will. Mit Spielplätzen ist Rochlitz gut ausgestattet, auch wenn deren Sauberkeit hier und da zu wünschen übrig lässt. Weitere infrastrukturelle Ausstattungen, wie Sporthalle und Freibad, müssen erhalten und möglichst ausgebaut werden.

Um für Familien attraktiv zu sein, muss eine Stadt ihnen hohe Lebensqualität bieten. Eltern brauchen Arbeit. Hier könnte allerdings die Arbeitswelt 4.0 helfen, die zukünftig große Teile von Arbeit unabhängig von Zeit und Ort macht. Natürlich ist es für Familien auch wichtig, bezahlbaren Wohnraum, am besten in generationenübergreifender Umgebung, zu haben.

„Schön wäre natürlich ein Kinderarzt in Rochlitz“, wünscht sich Maren Dippold. Auch soziale Unterstützung für Familien, die Hilfe brauchen, wie zur Frühförderung bzw. Inklusion seien erhaltungs-und ausbauwürdig.

Wichtig für Familien sind kindgerechte Begegnungsmöglichkeiten. Eine Möglichkeit kann die ausgebaute Bibliothek, aber auch ein Generationenladen oder ein Familienzentrum sein. Dort müssten auch Angebote für Familien konzentriert kommuniziert werden. „Ein Anfang könnte eine digitale Plattform für Infos über Familienangebote und den Austausch zwischen Familien sein“, findet die Stadtratskandidatin.

So könnte es gehen

RGG stellt Programm zur Stadtratswahl im Schloss Rochlitz vor

Erst drei Monate sind seit der Gründung des Vereins „Rochlitz gemeinsam gestalten“ vergangen. Zwischenzeitlich wurde eine Liste von 13 Kandidaten für die Stadtratswahl aufgestellt. Und es wurde mit über 100 Rochlitzer*innen in zwei Veranstaltungen über das Programm diskutiert. Nunmehr ist es fertig und soll am 9. Mai 2019, 19 Uhr im Schloss Rochlitz vorgestellt werden. Dazu laden wir alle Interessierten herzlich ein.

 Es enthält die Punkte:

  • Bürgerbeteiligung
  • Infrastruktur
  • Senioren
  • Wirtschaft
  • Kultur
  • Jugendförderung
  • Jugend
  • Sport
  • Tourismus
  • Arbeitswelt 4.0
  • Familie
  • Natur
  • Bildung

Überzeugen sie sich selbst, wer wir sind und wofür wir stehen.

Betroffene zu Beteiligten machen

RGG-Mitglieder haben Erfahrung mit Bürgerbeteiligung

Bürgerbeteiligung ist das zentrales Thema des Vereins Rochlitz gemeinsam gestalten. Das Programm zur Stadtratswahl wird gemeinsam mit interessierten Bürger*innen der Stadt erarbeitet, die Workshops fanden im Februar und im April statt. „Aber nach der Wahl geht es erst richtig los“, betont Stadtratskandidat Andreas Hickel. „Wir wollen zu den wichtigen Themen Arbeitsgruppen gründen und mit allen Interessierten diskutieren. An den jetzt entstandenen Ideen muss weitergearbeitet werden. Am besten bis zu einer Beratungsvorlage, die unsere Abgeordneten dann in den Stadtrat einbringen können.“

Aber nicht alles muss zu Lasten des Stadtsäckels gehen. So sollen die Rahmenbedingungen für eine Bürgerstiftung geprüft werden. Diese könnte dann zur Finanzierung der Initiativen beitragen.

Die Veranstaltungen haben gezeigt, dass die Bürger*innen das auch wollen. Es wurden nicht nur Ideen eingebracht, sondern es gab auch Bereitschaft zur Mitwirkung bei der Umsetzung. Transparenz ist dabei ein wichtiges Thema. Wir wollen darüber hinaus öffentliche Fraktionssitzungen, aber auch mehr Öffentlichkeit in Ausschusssitzungen bringen.

Ein gutes Beispiel für das Zusammenwirken von Stadt und Bürgern ist der Regionalmarkt. Viele der für den Verein Rochlitz gemeinsam gestalten Kandidierenden sind auch im Regionalmarktteam aktiv. „Dort wurde gezeigt, was entstehen kann, wenn Stadt und Bürger Hand in Hand gehen“, ergänzt Andreas Hickel, der auf jedem Regionalmarkt im Kostüm als Marktmaskottchen unterwegs ist.

Ein starkes Netzwerk sorgt für Antrieb

Jugendarbeit in Rochlitz auf hohem Niveau – mit Potenzialen

„Wichtig ist es, mit jungen Menschen im Gespräch zu bleiben und ihnen auf Augenhöhe zu begegnen“, stellt Marcel Berger fest. Er hat beim Programmworkshop das Thema Jugend moderiert. Zusammenfassend aus der regen Diskussion des Abends lassen sich mehrere Schwerpunkte zur Jugendförderung herauskristallisieren.

Es gibt eine Kindereinrichtungsvielfalt, die es zu erhalten gilt. Wir haben zahlreiche Schularten vor Ort, von der Grundschule über das Gymnasium bis zu den Berufsschulen. Dieses breite Bildungsangebot gilt es aktiv zu bewahren. Zudem besteht ein Konsens, dass eine enge Zusammenarbeit zwischen den Schulen förderlich ist, um so ein kooperatives Miteinander zu leben. Diese Zusammenarbeit kann auf verschiedenen Ebenen stattfinden. Zum einen zwischen den Schulleitungen und den Lehrkräften, zum anderen zwischen den jungen Menschen, welche die Schulen besuchen. Ein bereits installiertes Beispiel hierfür ist der MoRo (Motley Rochlitz – Schüler*innenfond der Stadt Rochlitz). Diesem Gremium stellt die Stadt Rochlitz ein jährliches Budget von 10.000€ zur Verfügung. Über dieses Geld kann der MoRo eigenständig verfügen und in einer Art Jugendparlament über die Verwendung entscheiden.

Dies dient dazu, um Jugendlichen politisches Engagement zu ermöglichen und ihnen politische Prozesse erlebbar zu machen. Vorstellbar wäre an dieser Stelle auch eine aktive Teilnahme an der Stadtratsarbeit, in dem Jugendlichen die Chance bekommen, sich direkt in das Gremium einzubringen.

Die Stadt Rochlitz ist im Bereich Soziale Arbeit sehr gut aufgestellt. Der JUGENDladen bietet zahlreiche Projekte an und ist im Gemeinwesen aktiv. An der Grundschule, Oberschule und der Förderschule sind Schulsozialarbeiter*innen tätig. Weiterhin stellt die Stadt Rochlitz für die Stelle eines Rochlitzer Sozialarbeiters 10 Wochenstunden zur Verfügung. Dieser Rochlitzer Sozialarbeiter wirkt im Gemeinwesen und soll als Bindeglied zwischen Bürger*innen und Verwaltung dienen. Die aktive Stärkung der Sozialen Arbeit ist wichtig. Diese vorbildliche Wertschätzung und Unterstützung durch die Kommune sollte unbedingt erhalten werden, die Vernetzung der Fachkräfte weiter vorangebracht, Fachkräfte in den zahlreichen Einrichtungen gestärkt und die verschiedenen Kompetenzen gezielt genutzt werden.

 „Ziel muss ein Netzwerk zwischen den jungen Menschen und alle Aktiven in der Stadt sein. Sowohl zwischen Fachkräften, als auch der Wirtschaft oder der Verwaltung. Ressourcen müssen gestärkt und genutzt werden. In der „Kleinheit“ von Rochlitz liegt gleichzeitig die Stärke: Zusammen sind ohne übergroße Hindernisse Dinge bewegbar, umsetzbar und realisierbar“, blickt Marcel Berger in die Zukunft.

Das Renommee als Schulstadt weiter ausbauen

Rochlitz hat gute Voraussetzungen beim Thema Bildung

In der zweiten offenen Diskussionsrunde des Vereins „Rochlitz Gemeinsam Gestalten“ am 05.04. im Bürgerhaus Rochlitz war ein Themenschwerpunkt Bildung. Gemeinsam wurde besprochen, was unsere Stadt bereits bietet, was es zu erhalten gilt, was noch verbessert werden kann und was komplett fehlt. Viele der Punkte können als Aufgabe der Stadt und des Stadtrates betrachtet werden, weitere liegen im Bereich des Landes sowie Kreises und andere sind Anliegen, die durch die Bürger*innen unserer Stadt verfolgt werden sollten. Dabei sollte längerfristig geplant und die Geburtenentwicklung berücksichtigt werden.

„Rochlitz ist eine Schulstadt. Mit den sieben verschiedenen Schulen und ca. 1.500 Schüler*innen ist die Stadt in diesem Bereich sehr gut aufgestellt. Diese Vielfalt der Bildungseinrichtungen gilt es zu erhalten“, konstatiert Falk Geißler. Das Berufsschulzentrum war ein weiterer Diskussionsschwerpunkt. Durch die Minimierung sind viele Ausbildungsgänge nicht mehr in der Stadt zu finden.

In der Diskussion wurden einige Themen angesprochen, z.B. die Qualität des Schulessens, sichere Schulwege (z.B. der Fußgängerübergang in der Poststraße ist optimierungsbedürftig), sowie die Zahl der Hortplätze.

Ideen waren zudem die Kontrolle des Gewichts der Schulranzen, das Angebot öffentlicher Verkehrsmittel im Ferienbetrieb und die Umgestaltung des Geländes für Freizeit der Grundschule. Solche Ideen sollten öffentlich diskutiert werden. „Wichtig ist das lebenslange Lernen, das immer mehr an Bedeutung gewinnt“, meint Falk Geißler, den viele als in Rochlitz ansässigen Kupferstichkünstler und Lehrer kennen. „Die geplante Volkshochschul-Dependance in der Bibliothek ist da ein wichtiger Schritt, dem aber weitere folgen müssen. Auch die Möglichkeiten des außerinstitutionellen Lernens und der politischen Bildung sollten im Fokus stehen. Hierfür müssen Freiräume für eine derartige Entwicklung gewährt werden und Privat-Initiativen unterstützt werden.“

Engagement für Kultur Raum geben

RGG möchte Initiativen unterstützen

Rochlitz ist eine Stadt von großer kulturhistorischer Bedeutung. Neben dem Schloss macht uns vor allem der rote Porphyr, der „sächsische Marmor“ bekannt, der in vielen historischen Gebäuden des Freistaats und darüber hinaus verbaut ist. „Diesen kulturellen Rahmen gilt es weiter zu nutzen, insbesondere um touristisch noch attraktiver zu werden. Ein erster Schritt könnte es sein, statt mit dem Titel der kleinsten großen Kreisstadt als „Stadt des roten Porphyrs“ zu werben“, schlägt Natascha Dobos vor. Sie begleitet im Verein Rochlitz gemeinsam gestalten (RGG) das Thema Kultur und möchte diese Themen in den Stadtrat tragen.

Aber auf der Vergangenheit darf man sich nicht ausruhen. Auch heute schon gibt es eine Reihe von kulturellen Angeboten. „Diese gilt es besser zu vernetzen und zu kommunizieren“, ist Natascha Dobos überzeugt. „Darüber hinaus muss es Gestaltungsfreiraum und Unterstützung für kulturelle Initiativen der Bürger*innen geben.“ Wichtig ist es hier, Treffpunkte zu schaffen, „Wohlfühlorte“, wo kulturelle Projekte entstehen und umgesetzt werden können, oder wo kreative Hobbies einen Platz finden. Aber auch Veranstaltungen im Freien werden mehr gewünscht. Straßenfeste beispielsweise sind eine gute Gelegenheit mit den Bewohner seiner Straße ins Gespräch zu kommen. Im Rahmen von Bürgerprojekten könnten sich viele engagierte Bürger an der Ausgestaltung und Umsetzung beteiligen. Früher war es normal, sich zu Gesprächen auf der Straße zu treffen, warum sollte diese  Normalität nicht wieder aufleben. Auch Singen im Freien zur Weihnachtzeit schafft eine Identifikation der Rochlitzer*innen mit Ihrer Stadt und fördert den Gemeinschaftssinn.

Darüber hinaus besteht eine hohe Erwartung an das Angebot der Volkshochschule in der künftig neu gestalteten  Bibliothek. Auch Buchlesungen in diesen Räumen werden favorisiert, wenn möglich mit Buchautor als kulturelles I-Tüpfelchen.

Eine der größten Herausforderungen ist das kreative Marketing der Veranstaltungen vor Ort. Zeitungen werden weniger gelesen , eine übergreifende Veranstaltungs-App gibt es nicht. Hier sind viele Ideen gefragt, wie die Rochlitzer*innen die Informationen über Veranstaltungen und Termine ins Haus oder Smartphone bekommen und zur Teilnahme animiert werden können. Und natürlich gibt es auch Parallelen zum Thema Infrastruktur: Ein Bahnanschluss würde vielen Rochlitzer*innen den Weg zu kulturellen Angeboten der nahen Metropolen verkürzen.

Mit uns reden statt über uns

RGG im Gespräch mit Jugendlichen

Wenn man über die Zukunft von Rochlitz nachdenkt, ist das Thema Jugend unabdingbar. Für den Verein Rochlitz gemeinsam gestalten war das Anlass, einen Schwerpunkt in der Programmdiskussion vor allem bei den jungen Rochlitzer*innen zu setzen. „Eine der wichtigsten Erkenntnisse der Diskussion war der Wunsch, mit Jugendlichen über ihre Bedarfe und Anliegen zu sprechen und nicht über sie,“ stellt Francesca Bur fest. Es geht darum ihnen Räume zu geben, Verantwortung zu übertragen, Vertrauen zu haben und die Kinder und Jugendlichen wertzuschätzen. Jugendliche müssen als gleichberechtigte Partner*innen wahrgenommen werden. Jugendliche Eigeninitiative sollte gefördert und Jugend in der Stadt sichtbar gemacht werden.

Eine ganze Reihe von Ideen wurde entwickelt, wie z.B. eine Schüler*innenzeitung für alle Schulen, Graffitiprojekte, Kreative Wochen oder die Anleitung junger Künstler*innen durch Künstler*innen. Interessant war, dass viele Wünsche denen der Senioren gleichen, wie ein Sommerkino, beidseitige generationenübergreifende Unterstützung (Mietoma oder Einkaufhilfe) oder generationsübergreifende Veranstaltungen.

 „Ich möchte mit einem frischen Ansatz die Jugend in Rochlitz beleben und hoffentlich auch mehr junge Leute wieder für Rochlitz begeistern“, nimmt sich Francesca Bur vor. „Nur zu gern erinnere ich mich an das Inselfest, auf dem sich alle meine Freunde trafen oder an jene Sommertage an denen wir uns auf der Insel alle zusammenfanden oder uns bei kalten Tagen im Kino verabredeten. Aus diesem Grund kandidiere ich für den Stadtrat, ich möchte nicht nur die Jugend repräsentieren, ich möchte für die Jugend sprechen“, so die 20-Jährige.

Rochlitz hat Potenziale

Auch zweiter Programmworkshop der RGG erfolgreich

Erst sechs Wochen ist der erste Programmworkshop her und schon konnte mit einer Erfolgsmeldung aufgewartet werden. Damals wurde die Inaktivität des seit vielen Jahren bestehenden Seniorenrates bedauert. Auf Initiative von Vereinsmitgliedern von Rochlitz gemeinsam gestalten konnte der Seniorenrat der Stadt nun wiederbelebt werden. Eine erste Zusammenkunft des Rates hat stattgefunden und am Dienstag wird es ein Treffen mit OB Frank Dehne geben.

Auch zum zweiten Workshop hatten sich wieder zahlreiche Rochlitzer Bürgerinnen und Bürger eingefunden. Die vier diesmal betrachteten Themen Bildung, Natur, Tourismus und Wirtschaft wurden von Falk Geißler, Natascha Dobos, Heike Wiesenhaken und Rainer Härtel moderiert. Diese Vereinsmitglieder treten als Kandidaten zur Stadtratswahl an.

All diese Themen sind wichtige Rahmenbedingungen für die Stadt Rochlitz. Gleichzeitig kann die Stadt aber meist nur Rahmenbedingungen für diese Themen schaffen, da sie keinen direkten Einfluss hat. Aber beispielsweise beim Punkt Wirtschaft entscheiden Unternehmer, z.B.Start-ups, gerade anhand dieser, wo sie sich niederlassen. Neben geeigneten Grundstücken genießt hier der Breitbandausbau höchste Priorität. Daneben muss die Stadt jedwede Unterstützung anbieten, um die bürokratischen Hürden einer Unternehmensgründung zu bewältigen.

Im nächsten Schritt werden die diskutierten Ideen zu einem Programm zusammengefasst, das am 9. Mai im Schloss Rochlitz präsentiert wird.

Der Verein möchte dieses Format in ähnlicher Form fortführen. So sollen für die besprochenen Themen Arbeitsgruppen gebildet werden, die sich gemeinsam mit allen Interessierten der weiteren Ideensuche und der Weiterentwicklung der Ideen widmen. Im Idealfall entsteht daraus eine Beschlussvorlage für den Stadtrat. Aber auch die Umsetzung der Ideen soll aus den Arbeitsgruppen unterstützt werden. „Wir meinen es ernst“, stellt Sprecher Andreas Hickel fest, „wir wollen Rochlitz gemeinsam gestalten.“

Selbstbestimmt alt werden

Verein möchte generationenübergreifendes Zusammenleben fördern

Die Senioren überraschten bei der ersten Programmdiskussion des Vereins „Rochlitz gemeinsam gestalten“ im Februar mit einer großen Vielfalt an Themen. Vor allem ging es um den Wunsch, aktiv zu bleiben und sich einzubringen in ein generationsübergreifendes Zusammenleben in Rochlitz, um so möglichst selbstbestimmt alt zu werden.

Einige der Ideen lassen sich ohne großen Aufwand umsetzen. So gibt es in Rochlitz eine große Zahl von Angeboten auch für Senioren. Diese sind allerdings nicht allgemein bekannt. Das Erstellen eines Seniorenratgebers, der alle Aktivitäten bündelt, könnte da hilfreich sein. Wir brauchen ein Gremium, das die Interessen auch von Senioren in Rochlitz vertritt. Auf Initiative von Vereinsmitgliedern von Rochlitz gemeinsam gestalten konnte der Seniorenrat der Stadt nun wiederbelebt werden. Schließlich bilden die Senioren einen sehr großen Bevölkerungsanteil.

Natürlich ging es auch um das fehlende Krankenhaus und den Fachärztemangel vor Ort. Hier muss die Stadt Rochlitz auch weiterhin ihren Einfluss geltend machen, um die Situation zu verbessern.

Darüber hinaus war es ein großer Wunsch, die Generationen zusammenzubringen. Denn es war interessant, dass sich Ideen der Jugend wie z. Bsp. Sommer- und Klubkino oder ortsteilverbindende Fahrradwege auch als Wunsch für der Senioren wiederfand. Hier reichten die Ideen darüber hinaus von Nachbarschaftshilfe, Leih-Omis und Leih-Opis über ein Reparaturcafe bis zu generationenübergreifenden Wohnangeboten in der Innenstadt, die natürlich auch altersgerechte Wohnungen beinhalten müssen. Dazu gehört auch ein medizinisches und kulturelles Umfeld. „Basis dafür müsste ein zentral gelegener Generationenladen sein“, meint Steffi Albrecht, die für den Stadtrat kandidiert. „Dort sollten die genannten Angebote ihren Platz finden. Es wäre aber auch Raum für Skatabende, Kleinkunst, eigenschöpferische Kultur oder Hobbyräume, um sich mit gleichinteressierten Bürgern zu treffen und auszutauschen. Und es könnten Kurse für Medienkompetenz, Computer oder Smartphone stattfinden. Diese und viele weitere Anregungen, wie z.B. auch Bedarfshaltestellen oder schattige Ruhebänke  an Straßen, möchten wir mit den Senioren diskutieren und dann in den Stadtrat tragen“, bekräftigt Frau Albrecht, die für den Verein „Rochlitz gemeinsam gestalten“ kandidiert.